Die größten Meisterwerke der Literatur für Ihre eigene Sammlung

„The Catcher in the Rye“ erzählt die Geschichte von ein paar Tagen im Leben des 16-jährigen Einzelgängers Holden Caulfield: gerade wieder mal frisch von der Schule geflogen, sollen seine Eltern nicht wissen, dass er vom Abitur ausgeschlossen wurde. So beschließt er, sich in New York etwas Zeit zu nehmen, bevor er nach Hause fährt zu seinem Weihnachtsurlaub.

Das war’s eigentlich auch schon, was es über den Inhalt dieses Buchs zu sagen gibt: in er Sprache archaisch und vulgär, im Handlungsablauf zusammenhanglos. Freundlicherweise teilt uns der Erzähler im letzten Kapitel aber mit, dass das Buch nun zu Ende ist. Gemerkt hätte man es nämlich nicht.

Warum gerade dieses Buch?

Ich habe dieses Buch nicht deshalb gekauft, weil es sich zu seiner Zeit in Windeseile zu einem Bestseller entwickelte. Ich habe es auch nicht gekauft, weil es einer jener Klassiker sein soll, den junge Menschen auf ihrem Weg ins Erwachsen werden meinen, einfach haben zu müssen.

Selbst Kritiker und Literaturpäpste sind sich da nicht einig: was will uns der Autor mit seinem Buch eigentlich sagen?

Ich sage es mal so, wie ein einflussreicher deutschsprachiger Literaturkritiker es in seinem Sprachgebrauch vielleicht formulieren würde: „Mr. Salinger ist in Amerika zwar gut für seine Kurzgeschichten, hat aber nicht genügend Erfahrung für einen ganzen Roman in voller Länge. Um es kurz zu sagen: der junge Mann wollte ein Buch schreiben, und wusste nicht worüber.“

Viele lesen das Buch mehrmals, und kommen jedes mal zu einer anderen Interpretation und einem anderen Schluss. Und genau aus diesem Grund kann man schlussendlich nur zu der Erkenntnis gelangen, dass Holden lediglich ein etwas frustrierter Jugendlicher ist. Ein Teenager, der wie alle Jugendlichen halt ein wenig verloren zu sein scheint. So einfach ist das.

Also nochmals: warum gerade dieses Buch?

Hier sind die drei interessanten Dinge über „The Catcher in the Rye“ als kulturelle Ikone:

Ersten ist es eines der in der Kritik hochgelobten Bücher des zwanzigsten Jahrhunderts und fester Bestandteil auf Bestsellerlisten, und gilt allgemein als Klassiker.

Zweitens findet es bei Generationen von Englischlehrern glühende Verehrung. Für diese ist das Buch einfach ideal: gerade dessen Inhaltsleere gestattet es, Generationen von Schüler phantasiebeflügelte Erörterungen mit abenteuerlichsten Interpretationen schreiben zu lassen, deren Benotung auf Grund mangelnder Beweiskraft der Ausführungen dem Lehrkörper viel Spielraum erlaubt.

Drittens ranken um das Buch allerlei Mythen. Das Werk wurde als gefährlich eingestuft: Mörder und Attentäter identifizierten sich mit der Hauptfigur Holden Caulfield. Nach Charles Manson, der sich als Fänger im Roggen sah, war es vor allem Mark David Chapman, der diesem Werk zu zweifelhaftem Ruhm verhelfen sollte: am 8. Dezember 1980 ermordete er John Lennon. Chapman trug bei seiner Verhaftung „The Catcher in the Rye“ bei sich.

Eine empfehlenswerte Ausgabe in Deutsch ist die aktuelle Übersetzung von Eike Schönfeld.

»So, mehr erzähle ich Euch nicht!«

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